Eine Amaryllis in voller Blüte sorgt sofort für Weihnachtsstimmung.
Neben Weihnachtssternen und Stechpalmen gehört sie mittlerweile zu den beliebtesten Pflanzen der Weihnachtszeit. Und das Beste daran? Eine Amaryllis selbst zum Blühen zu bringen, ist überraschend einfach.
Auf das richtige Timing kommt es an. Wenn du deine Amarylliszwiebel rechtzeitig einpflanzt und ihr ein wenig Aufmerksamkeit schenkst, kannst du dich pünktlich zu Weihnachten über ihre wunderschönen Blüten freuen. Unser Blumenexperte David Denyer erklärt dir, wie es funktioniert.

Wenn deine Amaryllis pünktlich zu Weihnachten blühen soll, ist der richtige Pflanzzeitpunkt entscheidend. Am besten setzt du die Zwiebel zwischen Ende Oktober und Anfang November in die Erde. Die meisten Sorten brauchen etwa sechs bis acht Wochen, bis sich die ersten Blüten öffnen. Je nach Sorte kann das allerdings variieren. Schau deshalb am besten auch auf die Angaben auf der Verpackung.
Mit einer Pflanzung in der letzten Oktoberwoche liegst du normalerweise genau richtig.
Unser Tipp: Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, pflanze einfach zwei Amarylliszwiebeln im Abstand von einer Woche. So stehen die Chancen besonders gut, dass mindestens eine davon über die Weihnachtsfeiertage in voller Blüte steht.
Bei Amaryllis gilt: Je größer die Zwiebel, desto besser! Große Zwiebeln haben mehr Nährstoffe gespeichert und bilden deshalb häufig mehr Blütenstiele und Blüten. Außerdem stehen die Chancen gut, dass sie nach der ersten Blüte noch einmal austreiben.
Achte beim Kauf darauf, dass sich die Zwiebel fest anfühlt und für ihre Größe relativ schwer ist. Weiche Stellen, Schimmel oder Beschädigungen am Zwiebelboden, wo die Wurzeln wachsen, sind dagegen keine guten Zeichen.
Der Klassiker zu Weihnachten ist natürlich die rote Amaryllis, besonders die Sorte „Red Lion“. Mittlerweile gibt es aber auch wunderschöne Sorten mit weißen, rosa, gestreiften oder sogar apricotfarbenen Blüten. Vor allem in Kombination mit winterlichem Grün sehen sie einfach toll aus.
Eine weitere Möglichkeit sind gewachste Amarylliszwiebeln. Sie brauchen weder Erde noch Wasser und eignen sich deshalb wunderbar als hängende Weihnachtsdekoration.
Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Ratgeber „Warum hängt man Amaryllis kopfüber auf?“
Eine Amarylliszwiebel einzupflanzen ist ganz einfach. Mit diesen Schritten gelingt es dir:
1. Den richtigen Topf wählen: Suche einen Blumentopf aus, der nur etwa 2–3 cm breiter ist als die Zwiebel. Wichtig ist, dass er Abflusslöcher hat, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
2. Wurzeln einweichen: Lege die trockenen Wurzeln vor dem Einpflanzen für ein paar Stunden in lauwarmes Wasser. So werden sie wieder mit Feuchtigkeit versorgt.
3. Die passende Erde verwenden: Fülle den Topf mit lockerer, gut durchlässiger Blumenerde. Du kannst auch eine Handvoll groben Sand oder feinen Kies untermischen, damit das Wasser besser abfließt.
4. Zwiebel richtig einsetzen: Achte darauf, dass das obere Drittel der Zwiebel aus der Erde herausschaut. Ein häufiger Fehler ist es, die Zwiebel vollständig einzugraben. Dadurch kann sie leichter faulen.
5. Erde leicht andrücken: Drücke die Erde rund um die Zwiebel vorsichtig fest, gieße sie nur wenig an und stelle den Topf an einen warmen Platz.
Tipp: Du möchtest deine Amaryllis in einen dekorativen Übertopf ohne Abflussloch stellen? Dann pflanze sie am besten zuerst in einen normalen Pflanztopf und stelle diesen in den Übertopf. So kannst du überschüssiges Wasser einfach abgießen. Denn eines mögen Amaryllis überhaupt nicht: Staunässe!
In den ersten Wochen braucht deine Amaryllis vor allem zwei Dinge: Wärme und ein bisschen Zurückhaltung beim Gießen.
Stelle sie an einen hellen, warmen Platz mit ungefähr 20 °C. Eine sonnige Fensterbank oder ein Platz in der Nähe der Heizung eignet sich besonders gut, zumindest solange der Blütenstiel noch nicht zu sehen ist.
Beim Gießen gilt anfangs: Weniger ist mehr! Halte die Erde nur ganz leicht feucht und erhöhe die Wassermenge erst, wenn sich die ersten grünen Triebe zeigen.
Sobald die Blütenstiele wachsen, solltest du den Topf alle paar Tage etwas drehen. So wächst die Amaryllis möglichst gerade und neigt sich nicht zu stark zum Licht.
Wenn der Blütenstiel sehr lang wird und die Pflanze kopflastig wirkt, kannst du ihn mit einem Pflanzstab stützen.
Und die gute Nachricht: Düngen musst du deine Amaryllis in dieser Phase noch nicht.
Du hast alles richtig gemacht, aber Anfang Dezember tut sich bei deiner Amaryllis noch immer nicht viel? Keine Sorge!
Versuche, den Topf für ein oder zwei Tage an einen etwas wärmeren Ort zu stellen, zum Beispiel in einen warmen Schrank oder auf den Kühlschrank. Das kann helfen, das Wachstum anzuregen.
Vielleicht hast du aber auch das gegenteilige Problem: Deine Amaryllis wächst so schnell, dass sie möglicherweise schon vor Weihnachten verblüht ist.
In diesem Fall kannst du sie an einen etwas kühleren, weniger hellen Platz stellen. Dadurch lässt sich das Wachstum etwas verlangsamen und mit etwas Glück blüht sie genau rechtzeitig zum Fest.
Die Blüten einer Amaryllis halten normalerweise etwa zwei bis drei Wochen pro Blütenstiel. Größere Zwiebeln bilden häufig noch einen zweiten oder sogar dritten Stiel, sodass du dich besonders lange an den wunderschönen Blüten erfreuen kannst.
Damit deine Amaryllis möglichst lange blüht, solltest du sie nach dem Öffnen der Blüten vor direkter Sonne und Heizungswärme schützen.
Entferne außerdem regelmäßig einzelne verwelkte Blüten. So sieht deine Amaryllis länger frisch und gepflegt aus.
Nur weil Weihnachten vorbei ist und die Blüten verwelkt sind, musst du dich noch lange nicht von deiner Amaryllis verabschieden. Mit der richtigen Pflege kannst du sie über mehrere Jahre behalten und immer wieder zum Blühen bringen.
Schneide zunächst den verblühten Blütenstiel knapp über der Zwiebel ab. Die langen, schmalen Blätter lässt du dagegen stehen, denn sie helfen der Pflanze dabei, neue Energie zu sammeln.
Stelle die Amaryllis weiterhin an einen hellen Platz und gieße sie regelmäßig. Im Frühling und Sommer kannst du sie etwa alle zwei Wochen mit flüssigem Zimmerpflanzendünger versorgen.
Sobald keine Frostgefahr mehr besteht, darf deine Amaryllis sogar nach draußen an einen geschützten Platz.
In dieser Zeit sammelt die Zwiebel neue Nährstoffreserven, die sie für die nächste Blüte braucht.
Aber blüht eine Amaryllis wirklich jedes Jahr wieder? Ja, wenn du ihr eine Ruhephase gönnst!
Stelle das Gießen Ende August oder im September ein und lass die Blätter langsam einziehen. Bewahre die Zwiebel anschließend für etwa acht bis zehn Wochen an einem kühlen, trockenen Ort auf.
Ende Oktober kannst du sie dann wieder in frische Erde pflanzen. Und schon beginnt der Kreislauf von vorn!
Kaum eine Zimmerpflanze belohnt dich mit so beeindruckenden Blüten für so wenig Aufwand wie die Amaryllis.
Wenn du sie Ende Oktober einpflanzt, warm stellst, anfangs sparsam gießt und den Topf regelmäßig drehst, stehen die Chancen gut, dass sie pünktlich zur Weihnachtszeit ihre wunderschönen Blüten zeigt.
Und wenn du erst einmal erlebt hast, wie einfach es ist, eine Amaryllis selbst zum Blühen zu bringen, möchtest du im nächsten Jahr vielleicht gleich mehrere davon pflanzen.