Zu Weihnachten bekommen wir Geschenke und machen anderen im Gegenzug ebenfalls eine Freude. Klingt nach einem fairen Tausch, oder? Vielleicht habt ihr in eurer Familie aber auch vereinbart, dass nur die Kinder beschenkt werden und die Erwachsenen leer ausgehen. In diesem Fall schenken wir vor allem deshalb, weil es einfach dazugehört. Aber steckt hinter dem Schenken nicht noch viel mehr?
Die Antwort lautet: Ja! Denn warum wir zu Weihnachten Geschenke machen, hat sowohl mit Geschichte als auch mit Psychologie zu tun. Schon seit Jahrhunderten beschenken sich Menschen zum Weihnachtsfest. Und für viele gehört das Schenken bis heute zu den schönsten Momenten der Weihnachtszeit.
Die Tradition des Schenkens zu Weihnachten reicht weit zurück. Ihre Wurzeln liegen unter anderem in den römischen Winterfesten, christlichen Überlieferungen und der Legende des heiligen Nikolaus.
Schon die alten Römer feierten Mitte Dezember die sogenannten Saturnalien. Während dieses Festes beschenkten sich die Menschen gegenseitig mit kleinen Aufmerksamkeiten wie Kerzen, Tonfiguren oder Lebensmitteln. Als sich das Christentum im Römischen Reich ausbreitete, wurden viele der damaligen Winterbräuche übernommen.
Auch die Weihnachtsgeschichte spielt eine wichtige Rolle. Der Bibel zufolge brachten die Heiligen Drei Könige dem neugeborenen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke. Für Christen wurde diese Geschichte zu einem wichtigen Vorbild für das Schenken an Weihnachten.
Und dann wäre da natürlich noch der heilige Nikolaus. Er war im 4. Jahrhundert Bischof in einer Region, die heute zur Türkei gehört. Einer bekannten Legende nach schenkte er drei Schwestern Gold, weil ihr Vater sich ihre Mitgift nicht leisten konnte.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus der Figur des heiligen Nikolaus in den Niederlanden der Sinterklaas, aus dem später wiederum der amerikanische Santa Claus hervorging.
Auch die Art und Weise, wie wir Weihnachten feiern und Geschenke austauschen, hat sich im Laufe der Zeit verändert.
Im England der Tudorzeit war es beispielsweise üblich, sich erst zum Neujahr zu beschenken. Erst im viktorianischen Zeitalter verlagerte sich die Bescherung zunehmend auf Weihnachten. Gleichzeitig rückten die Familie und insbesondere die Kinder stärker in den Mittelpunkt des Festes.
In dieser Zeit wurden auch viele andere Weihnachtstraditionen populär, darunter Weihnachtskarten, Knallbonbons und der geschmückte Weihnachtsbaum.
Der britische Boxing Day am 26. Dezember geht übrigens auf einen ähnlichen Brauch zurück. Arbeitgeber überreichten ihren Angestellten, Bediensteten und Handwerkern sogenannte „Christmas Boxes“ mit Geld oder kleinen Geschenken, um sich für ihre Arbeit im vergangenen Jahr zu bedanken.
Natürlich freuen wir uns alle darüber, an Weihnachten selbst ein Geschenk auszupacken. Aber für viele gibt es etwas, das sogar noch schöner ist: das Strahlen im Gesicht eines lieben Menschen, wenn er sein Geschenk zum ersten Mal sieht.
Das liegt daran, dass ein Geschenk viel mehr ist als nur ein Gegenstand. Es ist auch eine Botschaft.
Wir schenken anderen etwas, weil uns ein bestimmter Gegenstand sofort an sie erinnert. Oder weil wir uns Gedanken darüber gemacht haben, was sie mögen, sammeln, sich wünschen oder gerade gut gebrauchen könnten.
Forschende der University of Bath haben herausgefunden, dass persönliche Geschenke das Selbstwertgefühl der Beschenkten stärken und ihnen das Gefühl geben können, besonders geschätzt zu werden.
Die Forschenden bezeichnen diesen Effekt als „vicarious pride“, also eine Art stellvertretenden Stolz. Dabei spürt die beschenkte Person gewissermaßen den Stolz und die Freude, die der Schenkende bei der Auswahl des Geschenks empfunden hat.
Doch welche Gefühle und Botschaften stecken eigentlich hinter unseren Weihnachtsgeschenken?
Manchmal ist es ein Buch mit einer persönlichen Widmung auf der ersten Seite. Manchmal eine Spielekonsole für den Sohn oder die Tochter, die sich schon seit Monaten nichts anderes wünschen.
Ganz egal, wie groß oder teuer das Geschenk ist: Dahinter steckt vor allem eines – Liebe.
Weihnachten ist auch eine wunderbare Gelegenheit, den Menschen zu zeigen, wie viel sie uns bedeuten.
Vielleicht möchtest du dich bei Freunden oder Familienmitgliedern bedanken, die im vergangenen Jahr immer für dich da waren. Dafür braucht es nicht unbedingt ein großes Geschenk. Oft reicht schon eine kleine, liebevoll ausgesuchte Aufmerksamkeit.
Viele Weihnachtsgeschenke sind im Grunde ein herzliches Dankeschön.
Für die Lehrerin, die sich besonders viel Mühe gegeben hat. Für die Nachbarn, die während des Urlaubs die Pflanzen gegossen haben. Für Menschen, die sich um andere kümmern, oder für jemanden, der dir im vergangenen Jahr geholfen hat.
Mit einem Geschenk kannst du zeigen, dass du ihre Unterstützung nicht als selbstverständlich ansiehst.
Nicht immer können wir Weihnachten mit allen Menschen verbringen, die uns wichtig sind.
Vielleicht lebt ein Teil deiner Familie im Ausland oder der Alltag macht es schwierig, sich über die Feiertage zu sehen.
Ein liebevoll ausgesuchtes Geschenk kann dabei helfen, die Entfernung ein Stück weit zu überbrücken. Es zeigt: Auch wenn wir gerade nicht zusammen sein können, denke ich an dich.
Auch Weihnachtsblumen sind eine schöne Geschenkidee, besonders wenn du sie mit Bedacht auswählst. Vielleicht entscheidest du dich für die Lieblingsblumen der beschenkten Person oder für Blumen, die sie damals bei ihrer Hochzeit hatte.
Blumen eignen sich aber auch aus anderen Gründen wunderbar als Weihnachtsgeschenk:
Du kannst sie direkt an Menschen verschicken, die du nicht persönlich besuchen kannst.
Sie eignen sich für fast jeden auf deiner Geschenkeliste, von der Familie bis zu den Nachbarn.
Sie bringen während der Weihnachtszeit Farbe und Duft ins Zuhause.
Du möchtest dein Blumengeschenk noch etwas besonderer machen? Dann kombiniere den Strauß doch mit einer Vase, Pralinen oder einer Flasche Sekt.
Den Nachtisch für das Weihnachtsessen backen oder Familienmitglieder abholen und wieder nach Hause bringen: Das sind nur zwei Beispiele für kleine Gesten, die ein materielles Geschenk ersetzen können.
Nicht jedes Geschenk braucht Geschenkpapier. Frag deine Liebsten doch einfach, ob sie über die Feiertage Hilfe gebrauchen können. So sparst du dir die schwierige Geschenkesuche und vielleicht auch etwas Geld.
Erstelle zunächst eine Liste mit allen Menschen, die du beschenken möchtest, und überlege, wie viele Geschenke du für jede Person kaufen willst. Lege anschließend ein Budget fest.
Jetzt wird es etwas kniffliger: Schreib auf, was die jeweiligen Personen mögen, welche Interessen sie haben oder was sie gerade gebrauchen könnten. Diese Informationen helfen dir bei der Geschenkesuche.
Wenn du unsicher bist, frag einfach den Partner, die Partnerin oder andere nahestehende Menschen um Rat. Das ist meistens besser, als auf gut Glück etwas zu kaufen.
Geschenkkörbe und Blumen sind eine gute Wahl, wenn du ein eher neutrales Geschenk suchst. Sie eignen sich für fast jeden und lassen sich je nach Budget auch wunderbar kombinieren.
Eine weitere sichere Geschenkidee sind Gutscheine für Geschäfte oder Restaurants. Zusammen mit einer schönen Weihnachtskarte hast du im Handumdrehen ein Last-Minute-Geschenk, das Freude macht.
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